Lange Zeit war der Himmel für mich ein ferner Ort. Er gehörte zum Glauben, aber nicht zum Alltag. Die religiösen Bilder meiner Kindheit vermittelten eine klare Trennung: hier das irdische Leben, dort oben die göttliche Welt. Erst viele Jahre später begann sich dieses Bild zu verändern. Nicht durch Lehre oder Dogma, sondern durch eine konkrete Erfahrung, die mein Verständnis von Nähe, Begleitung und Zusammenleben zwischen den Dimensionen grundlegend wandelte.
Kindheit und erste Glaubensvorstellungen
In jungen Jahren wusste ich, dass es einen Himmel gibt, in dem der Herrgott wohnt. Es gab dort auch Engel, die ihm dienten. Alles war getrennt: Der Himmel war oben und wir unten. Auch noch, als ich meine Konfirmation erhielt oder später die Kommunion im katholischen Glauben, blieb dieses Bild bestehen.
Es wurde zwar viel gesagt, aber aus der Erinnerung blieb nicht viel übrig. Es war alles weit weg.
Im Prinzip konzentrierte man sich auf das Leben. Die Zeit ist ein Faktor, den man nicht außer Acht lassen darf. Wenn ich heute über kleine Ereignisse aus meiner Jugend oder aus der jetzigen Zeit nachdenke, so stelle ich fest: Wir brauchen in jungen Jahren mehr Zeit, um eine Situation zu erkennen. Wir trennen aber auch schneller. Wenn etwas nicht in meine Überlegungen passte, ließ ich es fallen und vergaß es auch wieder.
Die Jahre vergingen. Viele Ereignisse reihten sich aneinander: Heirat in der Kirche, Kinder aufziehen und Hausumbau. Die Tage waren voll.
Eine Erfahrung, die alles veränderte
Ich baute gerade das Dach eines Schuppens um und brauchte einige Latten. Marianne sagte mir bei einem esoterischen Gespräch: „Mit jeder Latte bin ich bei dir.“
Sie konnte sich damals bereits mit der anderen Dimension unterhalten. Dieser Satz – gesprochen von Jesus – war für mich bestimmt. Er war wie ein Signal, wie ein Donnerschlag. Ich konnte nicht antworten, nicht einmal etwas sehen. Die Augen waren voller Wasser und der Hals war zu.
Mir kam es bei diesem Satz plötzlich zum Bewusstsein, dass Sananda dann auch jeden Tag bei mir sein müsste. Ich glaube, von diesem Tag an habe ich etwas verstanden vom Zusammenleben zwischen den Welten.
Bis dahin waren Himmel und Erde für mich getrennt. Jeder machte sein Ding – sie dort oben, wir hier unten. Doch ab diesem Moment war das Leben nicht mehr das Gleiche. Ich lernte ganz langsam, dass es wirklich ein Zusammenleben gibt.
Unsere Gruppentreffen in den späteren Jahren brachten uns allen, die dabei waren, einen großen Einblick in die andere Dimension. Schamanisches Wissen und die Technik der Familienaufstellung gehörten dazu. Auch die Möglichkeit der Manipulation der Menschen über die Angst wurde besprochen.
Ich stellte damals schon fest: Die Menschen neigen dazu, lieber an das Negative zu glauben, als sich die Mühe zu machen, sich auch für die positive Seite zu interessieren. So wie bei mir damals musste auch für sie die andere Dimension oder der Himmel weit weg sein.
Erkenntnisse, Ziele und Rückblick
Ich weiß nicht, ob es Mut oder Forschergeist ist, wenn man weitermacht und nicht aufgibt. Doch man merkt dabei auch, dass es immer viel Neues gibt, das einen mitreißt und neugierig macht auf die nächste Erkenntnis.
Diese Erkenntnisse müssen nicht immer groß sein, meist sind sie klein. So klein, dass man sie am Anfang nicht einmal erkennt. Es dauert oft eine Weile, bis aus einer Wahrnehmung eine Erkenntnis wird. Das bedeutet aber auch, dass unsere Ungeduld unser größter Gegenspieler sein kann.
Was heißt Gegenspieler? Es sind Energien, die uns im Kopf durcheinanderbringen wollen. Sie sind das Gegenteil von Positiv – es ist die negative Seite des Lebens.
Ich müsste nun die negative Seite beschreiben, doch das ist nicht der Sinn dieser Überlegung. Jeder Mensch weiß, was in seinem Leben negativ verlaufen ist und wie es hätte anders sein können.
Ich bin heute fast 84 Jahre alt und kann sagen, dass es für mich positiv verlief. Negative Erkenntnisse gab es genug, aber sie mussten sein, um den Weg wiederzufinden.
Der Weg ist doch das Ziel. Wenn man das Ziel und die Erkenntnisse daraus nicht erkennt, hat man vergessen, was das Ziel war.
Mein ursprüngliches Ziel im Leben war es, eine Familie zu gründen. Dieser Wunsch wurde mir erfüllt. Das nächste Ziel war, für diese Familie ein Heim zu schaffen. Familie und Haus waren für mich etwas Großes. Ich schaffte es mit dem Umbau eines alten Hauses.
Dabei konnte ich auch für die Familie da sein, denn der Umbau dauerte etwa 25 Jahre. Nicht alles ging glatt. Nicht jeder in der Familie war immer zufrieden, aber jeder ist erwachsen geworden und ging seinen Weg. Soviel als Beispiel zum Thema Ziel. Selbstverständlich hatten wir alle noch viel mehr Wünsche, aber alles geht nicht.
Die Ehe hielt mehr als 50 Jahre, bis Marianne nach drüben ging. Heute ist sie meine Mitarbeiterin und Helferin auf der anderen Seite. Doch ohne die große Hilfe Gottes und Jesu gibt es kein perfektes Leben.
Heute, nach vielen Jahrzehnten des Lebens, erkenne ich, dass es nie nur um Ziele, Besitz oder äußere Erfolge ging. Entscheidend war das langsame Verstehen, dass Himmel und Erde nicht getrennt nebeneinander bestehen, sondern sich im Alltag berühren. Manche Erkenntnisse kommen spät, andere wirken erst im Rückblick klar. Der Weg selbst bleibt dabei der Lehrmeister. Und ohne die Hilfe Gottes und Jesu wäre vieles davon für mich nicht möglich gewesen.




