Der letzte Tag: Bewusstsein, Entscheidung und Übergang

Der letzte Tag markiert keinen Abschluss, sondern einen Übergang. In diesem Text wird beschrieben, wie Bewusstsein, Erinnerung und Entscheidung nach dem Tod weiterwirken. Anhand persönlicher Erlebnisse wird deutlich, welche Bedeutung Liebe und Verantwortung dabei haben.

Der letzte Tag

Es ist kein Geheimnis: Wir müssen alle einmal diese Erde verlassen. Jeder weiß es, und doch spricht niemand gerne von diesem Tag. Fast alle Menschen schieben diese Tatsache beiseite, als stünde man vor einer verbotenen Tür.
Es beginnt eine neue Zeit, die nicht selbst zu bestimmen ist. Wir sind einfach drüben und wissen nicht, was auf uns zukommt. Alle Verbindungen zur alten Welt werden nach und nach abgelegt. Unser Bewusstsein ist jedoch immer noch bei uns. Im Normalfall werden wir von einem Engel empfangen, der alle Fragen beantwortet. Unsere Gedanken erinnern uns an die alte Zeit, in der wir Entscheidungen trafen, die nicht immer in Liebe ausgeführt wurden. Man erkennt die Tragweite der eigenen Worte und sieht die Konsequenzen daraus.

Viele Seelen sind entsetzt über diese neue Erkenntnis. Doch die Entscheidungen sind gefallen, sie lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Man schämt sich für versäumte Wiedergutmachungen und entscheidet sich meist für eine Art Auszeit in der Dunkelheit.

Erstes Beispiel: Mein Bruder

Ein Beispiel für die Suche nach Liebe und Freiheit möchte ich hier einfügen. Es ist das Leben meines Bruders. Durch den Lebenskampf unserer Eltern wurden wir sehr stark geprägt. Bei ihm führte diese Zeit zu großer Unsicherheit, aber auch zu stark ausgeprägten freiheitlichen Gedanken. Für ihn war das Elternhaus ein Gefängnis, aus dem er immer wieder ausbrach. In der Kindheit suchte und fand er Spielkameraden mit einem Elternhaus voller Licht und Liebe. Es muss für ihn immer ein Schock gewesen sein, wieder nach Hause zu kommen.

Natürlich gab es auch schöne Zeiten in unserer Familie, doch am Ende bleiben oft die negativen Erinnerungen zurück. Mit diesem Beispiel möchte ich nur zeigen, wie ein Leben verlaufen kann, ohne zu urteilen. Ich hatte den gleichen Druck erlebt, empfand ihn jedoch nicht so stark wie er. Nach unserer Lehrzeit waren wir beide nie mehr zu Hause. Als er starb, erfuhr ich, dass er die Dunkelheit in der Einsamkeit gewählt hatte. Mittlerweile hat er sich aber doch dem glücklicherweise dem Licht zugewandt.

Zweites Beispiel: Meine Partnerin

Ein zweites Beispiel ist meine neue Partnerin, die ich drei Jahre nach dem Heimgang meiner Frau kennengelernt habe. Wir lebten sieben Jahre zusammen und hatten ein schönes gemeinsames Leben. Doch Schwierigkeiten blieben nicht aus. Viele Energien aus unseren gemeinsamen früheren Leben konnte ich abnehmen lassen. Das Spiel mit der Macht war für sie kein Spiel, sondern gehörte für sie einfach dazu. Mit vielen Beispielen wollte ich es ihr erklären, doch sie konnte meine Argumentation nicht verstehen.

Nach mehreren Schlaganfällen und fast zwei Jahren schwerer Behinderung ist sie gestorben. Noch am Sterbetag konnte ich mich mit ihr unterhalten. Für sie war alles in Ordnung. Doch bereits nach drei Tagen erfuhr ich von ihrer Entscheidung: Sie war in der Dunkelheit und schämte sich für ihr Verhalten mir gegenüber.

Entscheidung und Freiheit

An diesen Beispielen kann man erkennen, wie das Bewusstsein des Menschen reagiert. Drüben lebt man im Licht und in der Liebe, und wenn das aufgrund der eigenen Taten nicht möglich ist, möchte man sich in die Dunkelheit zurückziehen. Ich rief sie in Gedanken und erklärte ihr, dass man in der Dunkelheit nichts lernen kann, sondern nur im Licht gemeinsam mit anderen Seelen. Zunächst wollte sie das nicht akzeptieren.

Zwei Tage später erreichte mich ein Gedanke von ihr. Ich rief sie, und sie bat mich, ihr zu helfen. Sie wollte ins Licht. Ich schickte ihr meine Frau Marianne, die ihr den Weg dorthin zeigte. Ab diesem Zeitpunkt lernt sie alles, was sie für ein Leben im Licht noch braucht.

Zum Abschluss möchte ich alle Leser daran erinnern, dass wir hier wie auch drüben in Freiheit und in Liebe vollkommen selbstständig entscheiden können.

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